Bookies

Im professionellen Bereich existieren regelrechte Broker-Dienste (Wettvermittler), bei denen der Kunde seine Wetten nicht selber abschließt, sondern dem Anbieter eine entsprechende Order erteilt, damit dieser die Wette für ihn abschließt. Solche Dienste können durch entsprechende Netzwerke dazu dienen, das Platzieren von hohen Wetteinsätzen auf dem Markt über mehrere Buchmacher hinweg zu erleichtern, falls kein einzelner Anbieter die gewünschte Einsatzhöhe akzeptiert. Zusätzlich bieten sie dem Kunden eine gewisse Anonymität, da nicht er selbst, sondern der Vermittler die Wetten abschließt. Da diese Einrichtungen abhängig von der investierten Summe mitunter sehr hohe Wetteinsätze tätigen, schließen sie ihre Wetten meist auf dem asiatischen Wettmarkt ab, wo die Umsätze und damit auch die möglichen Wetteinsätze um ein vielfaches höher als in anderen Regionen sind. Es wird vermutet, dass die in Asien platzierten Wetten bei den bisherigen so genannten Fußball-Wettskandalen, die oft sechsstellige Beträge erreichten, zumindest teilweise über derartige Dienste platziert worden sind.

Sportwetten als professionelle Einnahmequelle

Obwohl Sportwetten in der öffentlichen Wahrnehmung oft als Glücksspiel angesehen werden, beinhalten sie, ähnlich wie Poker, neben der Zufalls- auch eine Geschicklichkeitskomponente. Der Unterschied zu klassischen Glücksspielen wie Roulette oder Spielautomaten ist dabei, dass die Gewinnwahrscheinlichkeit einer Wette in einigen Fällen höher als die durch die Quote implizierte Gewinnwahrscheinlichkeit sein kann. Die Wette hat in diesem Fall einen positiven Erwartungswert. Wenn ein Spieler in der Lage ist, nur derartige Wetten abzuschließen, etwa durch Informationsvorsprung oder mathematische Berechnungen, kann er langfristig Gewinne erzielen. Es gibt Spieler, die diese Methoden soweit perfektioniert haben, dass sie ihren Lebensunterhalt allein durch Sportwetten bestreiten können. Man bezeichnet solche Personen auch als professionelle Spieler. Der im Rahmen der Fußball-Wettskandale 2005 und 2009 verurteilte professionelle Sportwetter und Wettbetrüger Ante Šapina sagte vor Gericht aus, dass Wetten für ihn wie Mathematik sei.

Im US-amerikanischen Sprachraum, wo Wetten jeglicher Art eine lange Tradition haben, werden solche Spieler als sharp player oder wise guy (engl. Schlaumeier, Besserwisser) bezeichnet. Bereits im frühen 19. Jahrhundert gab es dort solche professionellen Spieler, die mit Wetten ihren Lebensunterhalt verdienten.
Quelle: wikipedia.org